Schlusswort

Schlusswort von Dieter Tischendorf Schlusswort von Dieter Tischendorf

Seit vielen Jahren sammle ich Legenden und Mythen der Ureinwohner Australiens. Die Beschäftigung mit der Traumzeit des Aboriginals People eröffnete mir ein völlig neues Verständnis für dieses Volk. Und ich bewunderte die Weitsicht von James Cook, der das schreckliche Schicksal der Eingeborenen schon 1770 vorausgesehen hatte.
In vielen meiner Bücher, Artikel und Beiträgen habe ich auch meinen Eindruck, was viele der weißen Australier von den Ureinwohnern halten, erwähnt.

Mit diesem Buch will ich meine Meinung mit den Mitteln der Nacherzählung bekräftigen. Die Ureinwohner Australiens sind auf keinem Fall ein unterentwickeltes Steinzeitvolk. Unter den Gegebenheiten des roten Kontinents mit „primitiven“ Mitteln zu überleben, das erforderte einen hohen Wissenstand von der Umwelt, dem Leben und Überleben in der Natur. Die überlieferten Legenden sind dabei gewiss auch eine Art mündliches Lehrbuch.

Viele Geschichten habe ich in Australien gehört, in den Unterlagen der Visitor Zentren gelesen oder vor Ort erfahren. Die hauptsächlich in Englisch zu lesenden Legenden habe ich übersetzt und auch ein wenig literarisch bearbeitet.

Überrascht war ich, dass sogar unser Friedrich Gerstäcker 1853 mit „Australien“ ein Buch über den roten Kontinent geschrieben hatte. In diesem durften natürlich die Mythen nicht fehlen. Die sehr ausführlichen
„Australia Legends“ von C.W. Peck(1925), von denen auch einige im vorstehenden Buch stehen, musste ich allerdings schon aus Platzgründen oft ziemlich kürzen.
Wertvolle Hinweise über die künstlerischen Aktivitäten des Aboriginals People fand ich im
“Dreamtime Kullilla Art“ von Michael Connolly.

Wer sich ein persönliches Bild von Dreamtime Myths in Englisch machen möchte, dem empfehle ich, neben den schon im Buch angeführten Nachschlaghinweisen, folgende Internetadressen:
http://www.janesoceania.com/australia_aboriginal_mythology1/index1.htm
http://www.sacred-texts.com/aus/peck/index.htm
http://www.gwiztraining.com/Didj%20Book.pdf
http://www.crystalinks.com/dreamtime.html
http://lowchensaustralia.com/names/aborgods.htm

Aber man sollte sich immer vor Augen halten, dass die Legenden, die wir lesen, einst von den ersten Siedlern mehr recht als schlecht wieder erzählt wurden.
Nur die Pintubi Legenden, auf die ich schon hingewiesen habe, besitzen das absolute Prädikat der originalen Wiedergabe.

Vielleicht trägt es zum Verständnis der Haltung des Aboriginals People bei, wenn man weiß, dass nach dem Weltenverständnis der Ureinwohner der Mensch immer mehr seiner Verbindung zur Natur beraubt wurde. Dazu trug auch der Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat bei. Denn im Gegensatz zur westlichen Welt lautet eine geltende Auffassung in der Kultur des Indigenous People:
„Die Frau wird von der Natur geboren, der Mann muß von der Kultur geformt werden.“

Folglich postulierte das Philognosie Team in seinem Artikel „Die magische Welt der Aborigines“ die Philosophie der Ureinwohner so:
„Der Mensch ist seiner Verbindung zur Natur beraubt worden, ohne in ihre universellen Gesetzmäßigkeiten initiiert worden zu sein. Das Ergebnis ist ein Trauma, das die gegenwärtige Zivilisation lähmt. Es ist die angstvolle Erinnerung an den erlittenen Tod, die der Mensch in vielen Formen in die wahrnehmbare Welt projiziert. Erst die Vernichtung dieser Zivilisation kann die Menschheit vor ihrer Vernichtung retten.“

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