Die Milchstrasse in der Deutung der Ureinwohner
Mitglieder des Kaurna People, das in den Adelaide Plains lebt, beobachteten schon seit langer, langer Zeit den Himmel. So deuteten sie das Band der Milchstrasse als einen Fluss in der Himmelswelt. Wodliparri nannten sie das Band, weil sie meinten, dass entlang des Flusses (Parri) sicher viele Unterkünfte (Wodli) stehen müssten.
Und dann sahen sie auch die dunklen Flecken, wonach ihrer Meinung eine gefährliche Bestie, die sie die „Yura“ nannten, lebte. So nannten die Kaurna Männer die dunklen Flecken „Yurakauwe“, was Wassermonster bedeutet.
Die Völker und Stämme auf der Cape York Peninsula sahen das Lichtband natürlich auch. Für sie war es ein Lichtband von Termiten, das der Ahnenheld Burbuk Boon einst in den Himmel geblasen hatte.
Die etwas südlicher lebenden Stämme sind der Auffassung, dass die Milchstrasse aus tausenden Fliegenden Füchsen besteht, die sich tanzend fortbewegen, angeführt von einem Tänzer, den sie Purupriggie nennen.
Und dann gibt es ja auch noch die Legenden des Aranda People aus Central Australia. Auch für sie ist die Milchstrasse ein Fluss in der Himmelswelt (Skyworld). Ein Sternenfluss, der die beiden großen Himmellager des Aranda People, das sind die Sterne im Osten des Flusses, und des Luritja People, das sind die Sterne im Westen, voneinander trennt. Und die Sterne, die dem Band, der Strasse, dem Fluss (wie man es eben nennen will) sehr nahe stehen, das sind die Plätze, wo Vertreter der beiden Völker zusammen wohnen.
Foto: Anglo-Australian Observatory
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